Ein hyggeliges Völkchen, diese Dänen

Beliebtes Urlaubsland, bestes hoch entwickeltes Land für Kinder (Unicef Studie 2016), größter Weihnachtsbaum-Exporteur für deutsche Wohnzimmer, Platz 8 unter den weltweit konkurrenzfähigsten Ländern (Deutschland Platz 10), auch das ist Dänemark. Und alle Jahre wieder gibt es Studien, die uns sagen, wo auf dieser Erde die zufriedensten Menschen leben. Fast immer heißt das Ergebnis: Die Dänen gehören zu den Glücklichsten. Eigentlich ist ganz Skandinavien wie eine glückliche Familie.

Das ganze Land erscheint hyggelig

We machen die das, die Dänen? Vielleicht ist es ganz einfach. Dänen mögen es "hygge" (angenehm, warm, vertraut). Sie trinken Kaffee ohne Ende in hyggeliger Runde, lieben süßen Kuchen und Flohmärkte (loppemarked). Das ganze Land erscheint hyggelig. Königin Margrethe II., seit 1972 das Staatsoberhaupt der Dänen, steht in hohem Ansehen bei ihren 5,5 Millionen Untertanen - zu denen auch die Färöer und Grönländer gehören. Die Königin raucht gern hyggelig (aber nicht mehr öffentlich). Wahrscheinlich ist das Besondere an Dänemark das hyggelige, allgemein entspanntere Leben unter Beachtung einer angenehmen Work-Life-Balance, eingebunden in immer noch umfangreiche staatliche Sorge. Es beginnt mit den Jüngsten: Dänemark ist  Kinderland.

Auf Bornholm rackert ein wackerer Winzer

Was bietet Dänemark sonst noch? Frische Meeresluft. Klares Wasser. Getreide. Bier. Lokale Brauereien (Bryggeri) finden sich auch in kleineren Orten. Am Ringkøbing Fjord betreiben wagemutige Männer Dänemarks einzige Whisky-Destille. Alle Zutaten, die man für einen guten Whisky braucht, stammen aus dem Land. Gebrannt wird der Stoff nach schottischen Vorbildern. Rotwein trinken die Dänen auch gern. 99 Hektar ihres Landes sind als Weinanbaugebiet offiziell anerkannt. Das prominenteste dänische Weingut liegt am 55. Breitengrad. Auch auf Bornholm rackert ein wackerer Winzer.

Und feiern können sie, die Dänen! Die reinsten Feierbiester. Ob in der Familie, mit Freunden oder im Betrieb. Schon der Nachwuchs geht gerne steil: Wenn dänische Gymnasiasten ihr Abitur begießen, dauert das drei Tage - mindestens. Öffentlich und laut - mit Polonaisen rund um den Rathausbrunnen und Umzügen durch die Stadt.

Dem Danebrog gebührt der höchste Fahnenmast

Achten Sie mal drauf: Wenn man nach Dänemark kommt, wehen Flaggen am Grenzübergang. Es sind die Flaggen von Dänemark, Island, Norwegen, Schweden und Finnland. Die Flaggen einer Völkerfamilie, alle tragen das 'skandinavische Kreuz'. Innerhalb eines Flaggen-Ensembles gebührt dem 'Danebrog' immer der höchste Fahnenmast. Sind alle Masten gleich hoch, so muss der 'Danebrog' größer sein als alle anderen Flaggen. Den Dänen ist ihre Flagge heilig. Gezeigt wird der 'Danebrog' ('Brog' heißt 'Fahne') gern und oft an jedem Tag des Jahres.

Möglicherweise ist der 'Danebrog' (oder auch 'Dannebrog') die älteste Nationalflagge der Welt. Gerade weil die Flagge im Herzen der Dänen einen so besonderen Status genießt, darf im Königreich - gesetzlich geregelt - nur zu bestimmten Zeiten geflaggt werden. Den 'Danebrog' darf man frühestens um acht Uhr morgens hochziehen. Spätestens zum Sonnenuntergang muss die Flagge wieder eingeholt werden. In Dänemark ist gesetzlich geregelt, dass einzig und allein der 'Danebrog' gehisst werden darf. Wer also als Urlauber ein hyggeliges Strandhaus gemietet hat und das Tuch mit seinem Familienwappen am Mast hochzieht, kann schnell Besuch von der Polizei bekommen. Nur staatliche Einrichtungen dürfen "fremd flaggen", sofern der Anlass es gebietet. Ein Privatmann braucht dafür eine Ausnahmegenehmigung.

 

 

 

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