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Aktuelles zum Heiraten in Dänemark

Neues Heiratsgesetz in Dänemark
Mit Jahresbeginn hat Dänemark seine Heiratsregeln reformiert. Gravierende Änderungen nehmen allen dänischen Standesämtern ihre örtlichen Spezialregeln. Die hatten sich mit den Jahren entwickelt - nicht immer nur zum Guten. Jetzt erfolgen Zulassungen zur standesamtlichen Trauung ausschließlich über eine zentrale Prüfeinheit.

Scheinehen im Visier
Scheinehen sollen mit diesen neuen Regeln nicht mehr möglich sein. Eher wird die Zulassung verweigert, als dass ein zweifelhafter Fall durchgelassen wird. In den Vorjahren geschlossene Scheinehen werden behördlich verfolgt - vorrangig von Polizei-Ermittlern in Dänemark und Deutschland. Aber auch von deutschen Ämtern, die sich für Paare interessieren, die speziell von einer bestimmten Hamburger Heiratsagentur vermittelt worden sind.

Razzien in Hamburg und Kampen/Sylt
14.03.2019: 30 Beamte der Bundespolizei haben am 13. März zeitgleich Häuser und Wohnungen und Wohnungen in Kampen auf Sylt, Hamburg und Bremerhaven durchsucht. Es geht um Scheinehen, Urkundenfälschung und Schleusung von Ausländern. Ermittler der Bundespolizei stellten zahlreiche Datenträger sicher. Die beiden Tatverdächtigen sollen im großen Stil Scheinehen für Menschen aus Fernost vermittelt haben. Etwa 1000 von ihnen sollen so ein Aufenthaltsrecht in Deutschland illegal erworben haben. (Quelle: ndr.de)

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Wie konnte es dazu kommen?
Ermittlungen zufolge lassen sich Ursprünge für dieses Treiben in einer Hamburger Heiratsagenur finden, die verantwortlich sein soll für rund 1000 Scheinehen, vornehmlich auf der dänischen Ostseeinsel Ærø. Bis zu 15.000 Euro sollen für eine Heirat bezahlt worden sein. Nicht alles haben die Vermittler eingestrichen - auch EU-Bürgerinnen, die sich zur Verfügung stellten, erhielten ihren Anteil. Damit sind die Beteiligten jedoch nicht abschließend aufgezählt.

Im Juni 2018 standen drei Agentur-Verantwortliche in Hamburg vor Gericht. Abgeschlossen ist der Prozess jedoch bis heute nicht. Weitere Ermittlungen laufen - wie sich in den Razzien vom 13. März zeigt. Neu ist der Vorwurf der Urkundenfälschung. In der Agentur soll man einen Gerichtsbeschluss dahingehend gefälscht haben, dass die strafrechtlichen Ermittlungen eingestellt worden seien. So machte die Heiratsagentur weiter: Weltweit einschließlich Dänemark. Allerdings mit leeren Versprechungen. Die neuen dänischen Regeln scheinen für diese Agentur noch nicht zu gelten (Stand 16.03.2019)

Jährlich bis zu 4000 Trauungen
Meine Agentur hat in den vergangenen zehn Jahren kein einziges Paar nach Ærø vermittelt - obwohl es immer wieder Anfragen gab. Gern mit unterdrückter Rufnummer. Dabei hat mich häufig überrascht, mit welch krausen Vorstellungen manche Paare daher kamen. Die weite Anreise war nie ein Thema. Viel wichtiger war anderes. Bei keinem dänischen Standesamt wäre mit derart mageren Papieren eine Trauung möglich gewesen - dachte ich zumindest und hielt mich fern.

Jährlich bis zu 4000 Eheschließungen soll es zuletzt auf Ærø gegeben haben. Zum Vergleich: das grenznahe Tondern erreichte ca. 2000 Trauungen, die verkehrstechnisch bestens erreichbare und standesamtlich viel höher ausgestattete Hauptstadt Kopenhagen kam vielleicht ebenfalls auf 4000 Trauungen. Wie also schaffte diese ferne, kleine Insel eine solche Rekordzahl?

Wer mit Kopenhagen gleichzieht, erregt sicherlich Aufmerksamkeit und Hinweise mehrten sich schon lange. Der Hamburger Kriminalprozess mit seinen wesentlich früher begonnenen Ermittlungen spielte sicherlich auch eine Rolle. Vielleicht kam auch politischer Druck aus Deutschland. Wie auch immer: die dänische Regierung sah dringenden Handlungsbedarf - und sie handelte.

Folgen sind gewaltig
Hotellerie, Gastronomie und etliche andere Dienstleister konnten von diesem Hochzeitstourismus gut leben. Die Paare kamen zuverlässig, ganzjährig und wetterunabhängig - während im Rathaus alle zehn Minuten ein neuer Bund fürs Leben besiegelt wurde.

In der Gemeindekasse werden künftig Standesmtsgebühren von überschlägig fast 500.000 Euro per anno fehlen. Die landesweite Heiratsgebühr wurde zum 1. Januar 2019 zwar kräftig erhöht, sie fließt seither aber ohne Umwege direkt in die zentrale dänische Staatskasse. Weitere Verluste durch geringere Einnahmen aus lokalen Steuern sind in dieser überschlägigen Rechnung nicht berücksichtigt.

Und sonst? Jetzt sind die Insulaner wieder mehr unter sich und freuen sich auf den Sommer. Segler werden kommen und Urlauber, die Ruhe suchen. Die müssen sich in der Hochsaison nun auch nicht mehr mit Hochzeitern um die letzten freien Quartiere balgen. Im Standesamt kehrt etwas Ruhe ein und wenn ein nettes Paar die Reise nicht scheut, bin ich nun gern bereit, bei einer Heirat auf Ærø zu helfen.

 


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