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Aktuelles zum Heiraten in Dänemark

Endlich Schluss mit Scheinehen: Warum die dänische Staatsregierung Anfang 2019 strengere Heiratsregeln erlassen hat und welche Auswirkungen die neuen Bestimmungen auch für ehrliche Paare mit sich bringen.

Hinweise:

> Nutzen Sie meine "Erste Einschätzung Ihrer Chancen" für Ihre geplante Heirat in Dänemark (siehe Startseite). Denn nicht jedes Paar kann in Dänemark heiraten, oder noch nicht. Deshalb ist es besser, sich vorher zu erkundigen. Nur für Heiraten in Dänemark und nur telefonisch 04644 - 97 31 24 (D)

Montag - Freitag 9.30 – 13.30 Uhr sowie am Samstag 09.30 - 11.30 Uhr

Abends: Montag - Mittwoch - Freitag 18.30 – 19.30 Uhr 

> Schriftliche Anfragen können nicht beantwortet werden. Rufen Sie einfach an, das ist effektiver.

 

Frederik X. ist neuer dänischer König

Nach 52 Jahren hat Margrethe II. am 14, Januar 2024 als Königin von Dänemark, Färöer-Inseln und Grönland abgedankt. Ihr ältester Sohn Frederik sollte dem Thron übernehmen. Vor Zehntausenden proklamierte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen auf Schloss Christiansborg den 55-jährigen Frederik zum neuen König. Frederiks Ehefrau Mary, eine gebürtige Australierin, wurde zugleich Königin von Dänemark. Das Paar hat vier Kinder. Die 83-jährige Margrethe II., geht als dienstälteste Monarchin der Welt in den Ruhestand, behält jedoch ihren Titel als Königin.

Ohne Zulassung gibt es keine Heirat in Dänemark

Strengere Heiratsregeln gelten seit Anfang 2019, kein Vergleich zu früheren Jahren. Obwohl nicht mehr neu: Weit herumgesprochen haben sich die geltenden Zulassungsregeln offenbar noch immer nicht. Beinahe täglich kontaktieren mich Paare, die glauben, Heiraten in Dänemark wäre kinderleicht. Das stimmt nicht mehr. Wer heute im Königreich heiraten möchte, braucht eine behördliche Zulassung aus der eigens gegründeten zentralen dänischen Prüfbehörde.

Immer mal wieder angekündigt aber bis jetzt nicht vorhanden, ist eine aktuelle Durchfaller-Quote aus der Prüfbehörde. Es wäre interessant zu wissen, ob sich inzwischen an der anfänglichen Crash-Quote von 88 Prozent etwas geändert hat. Wenn ich die Zahl der jährlichen Anmeldungen und die Zahl landesweit möglicher Trauungen vergleiche, sehe ich keine Besserung.

So manches Paar wird in Dänemark nicht heiraten können. Wer ohnehin keine Chancen hat, kann sich Kosten und Mühen sparen. Das ist die eine Gruppe. Die andere hätte zwar Chancen, versagt jedoch im Zulassungsverfahren. Woher soll das Wissen auch kommen? Es steht so viel Müll im Internet. Alter Kram und vielleicht auch bewusste Irreführungen. Mein Tipp: Besser vorher mit einer seriösen Agentur telefonieren.

Es ist politisch gewollt, dass weniger nicht-skandinavische Paare in Dänemark heiraten können. Auch die seit Ende Juni 2019 amtierende Regierung unter Staatsministerin Mette Frederiksen will an diesem Kurs nichts ändern.

Über Jahre hinweg hatten sich in einzelnen dänischen Hochzeitsorten gewisse "Spezialitäten" entwickelt, was mancherorts zu einem gut geschmierten "Hochzeitstourismus" führte (zu den Auswüchsen lesen Sie nachfolgend mehr).

Die inzwischen nicht mehr so neuen Regeln ändern das dänische Zulassungsverfahren erheblich und nicht bloß "ein bisschen", wie etliche Paare offenbar glauben. Erklärtes Ziel ist es, Scheinehen und weitere "interessante Anmeldungen" zu ermitteln. 

Scheinehen bleiben auch 2023 im Visier

Sogenannte "Pro-forma-Ehen" und andere auffällige Heiratsversuche sollen mit neuen Zulassungsregeln aufgedeckt werden. Allein die zentrale Prüfbehörde entscheidet, welches Paar eine Zulassung zur Trauung erhält. Örtliche Standesämter sind nur noch zuständig für Terminvergaben und Trauungen. Ehen, die in den Vorjahren vor allem bei bestimmten dänischen Standesämtern geschlossen worden sind, wurden von Ermittlern in Dänemark und Deutschland auf Verdachtsfälle untersucht. Auch deutsche Dienststellen interessieren sich offenbar für Paare, die von manchen Agenturen an bestimmte Standesämter in Dänemark vermittelt worden sind.

25.01.2019: Nach den ersten 14 Arbeitstagen hat die Leiterin der neuen dänischen Prüfbehörde in einem Zeitungsinterview vom 23.01. über erste Erfahrungen gesprochen und diese bisher einzigen Zahlen öffentlich genannt:

Von 170 eingereichten Anträgen waren nach Ansicht der Prüfer 150 fehlerhaft (88 Prozent). Mangelhafte Dokumentationen und Unleserliches nannte die Chef-Prüferin als Hauptgründe für Mängelrügen und Ablehnungen. Unter den abgelehnten Anmeldungen befanden sich nach ihren Worten auch einige Anträge "die unsere Neugier geweckt haben". Neuere Zahlen sind nicht bekannt.

Razzien in Hamburg und Kampen/Sylt
14.03.2019: 30 Beamte der Bundespolizei haben am 13. März zeitgleich Häuser und Wohnungen und Wohnungen in Kampen auf Sylt, Hamburg und Bremerhaven durchsucht. Es geht um Scheinehen, Urkundenfälschung und Schleusung von Ausländern. Ermittler der Bundespolizei stellten zahlreiche Datenträger sicher. Zwei Tatverdächtige sollen im großen Stil Scheinehen für Menschen aus Fernost vermittelt haben. Etwa 1000 von ihnen sollen so ein Aufenthaltsrecht in Deutschland illegal erworben haben. (Quelle: ndr.de)

Wie konnte es so weit kommen?

Ermittlungen zufolge lassen sich Ursprünge für ein organisiertes Treiben beispielsweise in einer Hamburger Agentur finden. Die soll verantwortlich sein für rund 1000 Scheinehen, vornehmlich geschlossen auf der dänischen Ostseeinsel Ærø. Bis zu 15.000 Euro sollen für eine Heirat bezahlt worden sein. Längst nicht alles Geld haben die Agenturinhaber eingestrichen. Auch EU-Bürgerinnen, die sich für eine Scheinehe zur Verfügung stellten, und Urkundenfälscher erhielten demnach ihren Anteil. Damit sind die Beteiligten jedoch nicht abschließend aufgezählt.

Ermittlungsverfahren laufen etwa seit Frühsommer 2018. Neu hinzugekommen ist der Vorwurf der Urkundenfälschung. In einer Heiratsagentur soll man einen Gerichtsbeschluss dahingehend gefälscht haben, dass die strafrechtlichen Ermittlungen eingestellt worden seien.

Sagenhaft: Jährlich bis zu 4000 Trauungen

Meine Agentur hat in den Jahren von 2010 - 2019 kein einziges Paar nach Ærø vermittelt - obwohl es immer wieder Anfragen gab. Gern auch mit unterdrückter Rufnummer, gern auch mit einem gemurmelten "Geld spielt keine Rolle". Mancher, der in die EU einheiraten wollte, wusste vom Hörensagen, dass es da eine kleine dänische Insel gab .... Umständlich zu erreichen zwar, aber kein anderes dänische Standesamt hätte bei derart mageren Papieren eine Trauung vorgenommen. Deshalb habe ich mich lieber fern gehalten von diesem Standesamt. Inzwischen halte ich das Standesamt für "sauber". Allerdings wollen nun nur noch wenige Paare auf der nicht so leicht erreichbaren Insel heiraten. Eine von zwei dort ansässigen Heiratsagenturen hat die Schließung für Ende 2024 angekündigt.

 

 

 


 

 

 

Fake News und Desinformationen

Eine gern gebrauchte Falsch-Information betrifft beispielsweise die Zulassung zur standesamtlichen Trauung. Richtig ist: Einzig und allein die zentrale dänische Prüfbehörde entscheidet über Zulassung oder Nicht-Zulassung. Das entsprechende Zertifikat ist längstens vier Monate gültig. Eine Verlängerung ist möglich, wenn die alte Zulassung Corona-bedingt nicht genutzt werden konnte (etwa durch ein zeitweiliges Einreiseverbot). 

Eine "Blitzheirat", die diesen Namen verdient, ist nicht mehr möglich. Es gibt auch kein "leichtes" oder "schweres" Standesamt mehr. Alle dänischen Standesämter sind seit 01.01.2019 gleich schwer oder gleich leicht. Um gleiche Bedingungen für alle Paare zu schaffen, wurde das zentrale Anmeldeverfahren für ganz Dänemark geschaffen. Trotzdem ist es nicht ganz egal, in welchem Ort ein Paar heiratet - bei den "soft skills" der Standesämter gibt es schon noch Unterschiede, die im Einzelfall ins Gewicht fallen können.

Dänische Prüfbehörde wird bestehen bleiben

Als Mai Mercado noch Ministerin war (bis Juni 2019), verantwortete sie die Verschärfung der Heiratsregeln für ausländische Paare und den Aufbau einer neu gegründeten Prüfbehörde. Diese Prüfbehörde hatte keinen leichten Start, sie stand auch nach Monaten noch im Gegenwind von Bürgermeistern, Standesämtern und Heiratswilligen aus aller Welt. Unter diesem Eindruck und bevorstehenden Parlaments-Neuwahlen zeigte Mai Mercado Wirkung.

31.05.19: Auf der dänischen Ostseeinsel Ærø erklärte die damalige Familienministerin Mai Mercado, sie befürworte eine erneute Änderung in den dänischen Heiratsregeln. Das hätte Konsequenzen für die seit Januar 2019 agierende Prüfbehörde. Hintergrund sind ebenso lange problematische Erfahrungen mit der zentralen Prüfeinheit.

Die Noch-Ministerin stellte in Aussicht, bei einem Wahlsieg die Abteilung zu verkleinern und wesentliche Kompetenzen wieder an die Standesämter zurück zu geben. Zusammen mit der Polizei könnte eine kleinere Prüfeinheit künftig als eine Art Oberaufsicht fungieren. Das berichtet die Tageszeitung 'Fyns Amts Avis'. Mai Mercado hatte die Reise nach Ærø auf Einladung von insularen Geschäftsleuten unternommen. Während ihres Aufenthalts stellte sie sich auch einer Debatte mit rund 150 Bürgern.

08.06.2019: Wahlsieger sind die dänischen Sozialdemokraten unter ihrer Vorsitzenden Mette Frederiksen. Bei den letzten Folketingwahlen 2015 hatten die Sozialdemokraten ihre Regierungsmehrheit an konservative Parteien verloren. Jetzt wurde die Spitzenposition zurück erobert, indem die dänischen Sozialdemokraten die restriktive Einwanderungspolitik der zuvor regierenden konservativen Parteien übernahmen.

September 2019: Die (Minderheits-) Regierung unter Wahlsiegerin Mette Frederiksen wird die neuen Heiratsregeln voraussichtlich nicht ändern. Gegenüber der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau erklärte Astrid Karg, Amtsnachfolgerin von Mai Mercado:

Der Prüfbehörde sei es anscheinend gelungen, "Dänemark als Hintertür für den Zugang zu Europa zu schließen und das freut mich". Die Prüfbehörde leiste eine komplizierte Arbeit und es seien zutiefst kriminelle Netzwerke, die sich nur schwer aufdecken ließen. (Für eine erneute Änderung der Heiratsregeln wäre eine Parlamentsmehrheit erforderlich).

Standesbeamte stoppen Scheinehe

Quelle ist die dänische Tageszeitung BT vom 18.04. 2019. Hier die gekürzte deutsche Übersetzung:

Nicht jeder reist auf Dänemarks nicht überfüllte Hochzeitsinsel, um aus Liebe zu heiraten. Die Standesbeamten auf Ærø haben das neulich erlebt.

Ihr Verdacht fiel auf einen Nepalesen und eine Ungarin. Das Paar, das am 11. April heiraten wollte, wurde von den Standesbeamten zu einem Gespräch gebeten.

"Es stellte sich heraus, sich Mann und Frau nicht kannten. Sie sprachen nicht dieselbe Sprache und konnten daher nicht miteinander kommunizieren. Es sollte eine Scheinehe werden", sagte Bürgermeister Ole Wej Petersen.

Zuvor hatten der Nepalese und die Ungarin ihre von der zentralen Prüfbehörde genehmigten Papiere erhalten. Dieses Paar hatte das System unterlaufen, das die geplante Scheinehe hätte entdecken sollen ... 


Heiraten in Las Vegas?

Paare, die in Deutschland nicht heiraten können, fragen manchmal nach einem Ausweg. So kommt eine Heirat in Las Vegas ins Spiel. Da ist es wichtig zu wissen, unter welchen Bedingungen eine solche Trauung in Deutschland anerkannt wird. Für eine Trauung in Dänemark ist die Anerkennung in Deutschland gesichert, aber wie verhält es sich mit einer Trauung in Vegas? Kompetente Antwort gibt das deutsche Bundesverwaltungsamt: „Eine in Nevada geschlossene Ehe ist in Deutschland gültig, wenn die Ehe formwirksam nach dem Recht des US-Bundesstaates Nevada geschlossen wurde und die Heiratswilligen die Eheschließungsvoraussetzungen nach deutschem Recht erfüllen.“ Für alle Paare, die bereits einen gescheiterten Heiratsversuch in Deutschland hinter sich haben, ist dieser zweite Punkt der entscheidende gegen eine Trauung in Las Vegas.