Fachbegriffe rund um das Heiraten in Dänemark

Anerkennung in Deutschland: Eine dänische Heiratsurkunde ist in Deutschland sofort und ohne Weiteres gültig. Beide Länder unterhalten seit Jahrzehnten ein entsprechendes Abkommen.

Aufenthaltsbescheinigung: Alte Bezeichnung für die "Erweiterte Meldebescheinigung". Wird ausgestellt von der Gemeinde- oder Stadtverwaltung des Wohnsitzes. Manche Standesämter verlangen chronologische Bescheinigungen, falls die Person noch nicht ein Jahr am Ort wohnt.

Aufenthaltsgestattung: Recht zum Deutschlandaufenthalt während eines laufenden Asylverfahrens. Asylbewerber dürfen in Dänemark nicht heiraten. Jedes dänische Standesamt würde den Antrag auf Trauung ablehnen. Eine Aufenthaltsgestattung erlaubt keinen Grenzübertritt.

foto von trauringen

Ausländerbehörde: Instanz zur Erteilung eines Aufenthaltstitels oder Verlängerung eines Aufenthaltsrechts. Eine Heiratsagentur ist nicht der richtige Ansprechpartner für Fragen, die in die Zuständigkeit einer Ausländerbehörde fallen.

Dolmetscher: Es muss nicht immer ein staatlich geprüfter und vereidigter Dolmetscher sein, siehe "Sprache der Trauung"

Ehefähigkeitszeugnis: Häufig eine hohe Hürde für binationale Paare, die in Deutschland heiraten wollen. Dänemark bietet die Lösung. Zum Heiraten in Dänemark ist kein Ehefähigkeitszeugnis erforderlich.

Ehevertrag: Alle Fragen rund um einen Ehevertrag sollten Sie mit dem Rechtsanwalt/Notar Ihres Vertrauens besprechen.

Einreisestempel: Abhängig von der Staatsangehörigkeit ist nicht in jedem Fall ein Visum zur Einreise nach Deutschland und/oder Dänemark erforderlich. In einem solchen Fall sind die ersten 90 Tage des Aufenthalts durch den Einreisestempel erlaubt. Der Einreisestempel muss gut lesbar sein, Standesämter zählen die verbrauchten Tage.

Fiktionsbescheinigung: Eine Trauung ist möglich, auch wenn der alte Aufenthaltstitel abgelaufen und der neue noch nicht ausgehändigt worden ist. Diese Zwischenzeit überbrückt eine Fiktionsbescheinigung, in welcher der Aufenthalt als fortbestehend angekreuzt sein muss.

Flüchtlinge: Mancher Flüchtling wird feststellen müssen, dass seine in der Heimat geschlossene Ehe in Deutschland nicht anerkannt wird. Das deutsche Standesamt verlangt überdies Papiere, die aus einem Bürgerkriegsland kaum zu beschaffen sind. In manchen Fallkonstellationen bieten dänische Standesämter einen Ausweg. Asylbewerber können in Dänemark nicht heiraten. Es muss ein Aufenthaltstitel vorhanden sein.

Geburtsurkunde: In Dänemark wird vieles unterschiedlich gehandhabt. So verlangt das eine Standesamt Geburtsurkunden, das andere Standesamt verlangt keine Geburtsurkunden. Eine feste Regel gibt es nicht. Wird eine Geburtsurkunde verlangt, so muss diese den vollständigen Namen dokumentieren sowie Geburtsort und Geburtsdatum.

Heiratspapiere/Papiere zum Heiraten in Dänemark: Es gelten vielfach verschiedene Anforderungen. Es gibt keine Einheitsliste der vollständigen Heiratspapiere, die für jedes Paar passt. An dieser Stelle machen die Paare viele Fehler. Paar-Konstellationen sind verschieden, Standesamtsregeln sind verschieden, Anforderungen an Heiratspapiere sind somit ebenfalls verschieden. Daraus folgt: Nicht jedes dänische Standesamt ist für jedes Paar geeignet. Fachliche Beratung wird empfohlen.

marriage certificate

Heiratsurkunde/Trauschein: Manches Paar wünscht sich eine Heiratsurkunde in deutscher und eine in englischer Sprache. Dieser Wunsch bleibt unerfüllt. Wer in Dänemark heiratet, erhält zwei originale Heiratsurkunden, jede ist ausgestellt in diesen Sprachen: Dänisch, Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch. Ausgehändigt werden die beiden Urkunden im Anschluss an die Trauzeremonie. Die Unterschrift des Standesbeamten besiegelt die Eheschließung. Für beide Urkunden gilt: gut aufbewahren!

Heiratsurkunde Anerkennung: Ist in Deutschland unproblematisch. Es hat sich unter deutschen Standesbeamten herum gesprochen, dass es seit Jahrzehnten einen entsprechenden Staatsvertrag zwischen beiden Ländern gibt. Zur Anerkennung einer dänischen Heiratsurkunde außerhalb Dänemarks und Deutschlands sind verschiedene Formen der Legalisierung erforderlich. Paare von Heiraten.DK erhalten individuelle Auskunft.

Innenministerium Dänemark: Ist nicht beteiligt an der Legalisierung einer dänischen Heiratsurkunde (wird auf manchen Seiten falsch dargestellt).

Kinderehen: In Dänemark sind Eheschließungen gesetzlich verboten, wenn ein Partner noch keine 18 Jahre alt ist.

Kinder(reise)pass: Für eine Reise ins Ausland braucht jedes Kind bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr einen eigenen Kinderpass. Dieser ist sechs Jahre lang gültig. Ab dem zwölften Lebensjahr wird ein Kinderreisepass ausgestellt.

Kopie einer Familienstandsbescheinigung

Ledigkeitsnachweis: Wer in Dänemark heiraten möchte, muss einige Tatsachen belegen können. Beispielsweise einen Familienstand, der das Heiraten erlaubt. Oben im Ausschnitt zu sehen: eine entsprechende Bescheinigung aus Frankreich. Wer verheiratet ist oder sich in eingetragener Lebenspartnerschaft befindet, hat insofern den falschen Familienstand. Verschiedene Standesämter ermöglichen es, den eigenen Familienstand auf verschiedene Weise zu dokumentieren. 

Kopie einer BotschaftslegalisationLegalisation: Bezeichnet ein mehrstufiges Verfahren diplomatischer/konsu-larischer Stellen, das einer ausländischen öffentlichen Urkunde auch in jenem Zielland (behördliche) Anerkennung oder sogar Beweiskraft verleiht, in dem diese Urkunde vorgelegt werden soll. Mit Stempel/Siegel und Unterschrift werden der ausländischen Urkunde die Echtheit ihrer Unterschriften und die Berechtigung des jeweiligen Unterzeichners bescheinigt. Im Zielland ist diese ausländische Urkunde damit einer inländischen Urkunde gleichgestellt. Im Ausschnitt (rechts) die Legalisation der Königlich Dänischen Botschaft in Dubai.

Namensänderung nach der Trauung: Nicht-dänische Paare gehen mit denselben Namen aus dem Standesamt heraus, mit denen sie hinein gegangen sind. Wird eine Namensänderung gewünscht, erfolgt diese für einen deutschen Partner in der Regel im Standesamt seines Wohnortes. Für einen nicht-deutschen Partner muss die betreffende Landesvertretung eingeschaltet werden. Hat keiner von beiden die deutsche oder dänische Staatsangehörigkeit, sind die jeweiligen Landesvertretungen zuständig (Botschaft, Generalkonsulat).

Rechtskraftvermerk

Rechtskraftvermerk: Sagt aus, wann das Scheidungsurteil rechtskräftig geworden ist, also endgültig ist und nicht mehr angefochten werden kann. Im Ausschnitt rechts der Rechtskraftvermerk eines deutschen Familiengerichts.

Sprache der Trauung: Wahlweise Deutsch oder Englisch oder Dänisch. Wer nicht mindestens sogenannte Anfangskenntnisse in der gewählten Sprache besitzt, braucht einen Dolmetscher. Der Partner darf nicht dolmetschen. Wenn in einem Standesamt kein vereidigter Dolmetscher verlangt wird, dürfen Trauzeugen oder Gäste übersetzen.

Trauzeugen: Anders als in Deutschland herrscht Dänemark Trauzeugenpflicht. Erforderlich sind zwei Trauzeugen, es müssen aber nicht die eigenen sein. Wohl die meisten dänischen Standesämter verlangen erwachsene Trauzeugen, manche akzeptieren auch Kinder ab 12 Jahren. Für Trauungen im Rathaus/Standesamt stellen einige Standesämter Trauzeugen zu geringen Kosten oder auch zum Nulltarif.

Übernachtungen: Die meisten Hochzeitsorte verlangen eine oder mehrere Übernachtungen von dem Paar, immer vor der Trauung. Für Trauzeugen und Gäste gilt diese Übernachtungspflicht nicht.

Verkehrsdelikte in Dänemark: Wer mit dem Auto in Dänemark unterwegs ist, sollte den dänischen Bußgeldkatalog kennen. Auszüge: Falschparken ab 70 Euro, Handy am Steuer 200 Euro, Tempoverstoß 20 km/h zu schnell ab 135 Euro, Tempoverstoß 50 km/h zu schnell ab 300 Euro, Alkohol am Steuer (Grenzwert 0,5 Promille) bis 1 Monats-Nettoeinkommen. Eine Zahlungsaufforderung wird über Anwälte oder Inkassobüros nachgeschickt. Das steigert die Kosten.

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Bild "Ringe": © fotolia James Steidl

Heiraten Dänemark